Neighbours im Corona-Live-Auftritt

In der Osnabrücker Lagerhalle finden in Corona-Zeiten doch Konzerte statt!

Wegen der Corona bedingten Schließung des soziokulturellen Zentrums wird der Saal derzeit aber als Video-Aufnahmestudio genutzt. Tom Heise, unter anderem Tonmann und Chef-Techniker der Lagerhalle, hatte erst letzte Woche das Angebot, die Räumlichkeiten und das vorhandene Equipment für Videoaufnahmen zur Verfügung stellen bei Facebook gepostet. Wir haben das recht zeitnah mitbekommen und schnell reagiert – zuerst mal mit einer Rückfrage 🙂

Eigentlich sollten wegen der Hygienebestimmungen ausschließlich Solokünstler oder Duos auftreten. Da Heidi und ich ja aber der selbe Haushalt sind, wurde für uns in Trio-Besetzung eine Ausnahme gemacht, „weil es sich um ein Ehepaar mit einem Begleitmusiker handelt“ (Quelle: NOZ). Begleitmusiker war in diesem Falle Franko. Wir hatten ein Bisschen diskutiert, wer denn am besten mit uns antritt oder ob wir nicht sogar einen „Corona-Trick“ machen könnten und zum Video von den zwei Zuhausegebliebenen auftreten könnten. Da das aber alles so kurzfristig war und zudem wieder alle angefangen hatten zu arbeiten, wurde das dann doch verworfen.

Die Lagerhalle hat eigenes Video-Equipment: vier Kameras, einen Rechner mit der passenden Bildmix-Software, Mischpult und Beleuchtung sowieso. So ohne Zuschauer und mit vier Leuten hinter den Kameras und Pulten, machte der Saal mehr den Eindruck eines Fernsehstudios als einer Konzertlokation.

Es gab an zwei Tagen jeweils drei Slots von je zwei Stunden wir hatten den letzten, Freitagabend um 20:00 Uhr. Auf jeden Fall wollten wir den MBTY-Klassiker aufzeichnen. Neighbours enthält so viel von dem, was Much Better, Thank You ausmacht – normalerweise, das heißt in Komplettbesetzung – 3/4-Takt, sich umspielende Gitarren, eine wunderschöne Melodie. Der Song war einer der ersten, den wir überhaupt aufgenommen haben, 2013 bei unserer ersten Studio-Session. Über die Jahre und die verschiedenen Bandbesetzungen haben wir ihn eigentlich bei jedem Auftritt gespielt und er funktionierte immer wunderbar, selbst wenn nur Heidi und ich ihn zum Besten gegeben haben (z.B. auf der Dachterrasse unseres Ferienhausvermieters in Boulbon, wo das ganze Dorf zuhören konnte ;-). Leider gab es fast nie gute Videos von den Konzerten, sodass wir dachten, das sei nun dringend nachzuholen.

Es hat sich gelohnt!
Das Video ist stark geworden, auch wenn es sehr schade ist, dass wir nur zu dritt … 😦

Neighbours live – MBTY als Trio in der Lagerhalle Osnabrück

Ach ja, bei Neighbours geht es um das Zwiegespräch zweier Nachbarn, einer ein Aktivist, der auf Anti-Kriegs-Demos geht, der andere Soldat im Auslandseinsatz und kurzzeitig auf Heimaturlaub. Ist aber auch garnicht so wichtig. Der Song ist einfach schön, wir hatten Freude und die Vier von der Lagerhalle haben einen tollen Job gemacht!

Danke!!!!

Es gibt noch ein weiteres Video; zu einem neuen Song. Dazu mehr beim nächsten Mal.

Jengel

Circle of Light

So wird der Song wohl heißen.

Ende dieser Woche machen wir einen Kurzbesuch im Studio, lediglich um einen Song aufzunehmen – einen Song, der mir sehr am Herzen liegt.

Vor einigen Wochen bekamen wir einen Brief aus England und selten im Leben ist mir etwas gesagt oder geschrieben worden, was mir so nahe gegangen ist, mich so berührt und zugleich in emotionale Verwirrung gebracht hat!

Nachdem wir schon zuvor von einem britischen Freund gehört hatten, dass mit ihm etwas gesundheitlich nicht stimme, kam zu Anfang letzten Jahres die Nachricht, dass bei ihm ALS, Amyotrophe Lateralsklerose, diagnostiziert wurde. Das ist ganz furchtbar, da es bislang keine Chance auf Heilung gibt und mit Fortschreiten der Krankheit die Selbstständigkeit und die Möglichkeiten, sich der Umwelt mitzuteilen immer weiter schwinden.

Als wir diese Nachricht erhalten haben, musste ich mich erstmal hinsetzen, Gitarre spielen und meine Gedanken dazu sortieren. Daraus ist dann die Skizze zu einem Song entstanden. Mehr als eine Skizze war es auch erstmal kaum; eher ein Mantra. Circle of Light. Als Heidi die Gesangsmelodie dazu entwickelte, haben wir den ewigen Kreis im Mittelteil ein wenig aufgebrochen, nicht erweitert, sondern nur anders angeordnet.
Danach ruhte der Song erstmal mehr oder weniger wieder – nicht zuletzt, weil wir uns wegen Corona ja seit Oktober nicht mehr als ganze Band treffen dürfen. Doch dann kam der Brief.

Natürlich – wenn es irgendwie machbar ist, werden wir dieser Bitte entsprechen.

Den Song nehmen wir nun auf, damit er auf jeden Fall gespielt werden kann, auch wenn es uns nicht möglich sein sollte, nach England zu reisen.

 Circle of Light
  
 You catch a glimpse
 of the gates at the end.
 You might see the gap, 
 a small gap in between.
  
 And a light brakes path 
 through the gap in between,
 between the gates
 at the end.
  
 That light is a thing 
 you can´t touch 
 Not even grasp 
 with your mind. 
  
 But you hear 
 that it sings a tune,
 a tune
 without words.
  
  
 That light gave birth 
 to yourself. 
 That light put your love´s hand 
 into yours.
  
 That light brought
 your children into this world.
  
 That light is the hope 
 which helps us live.
 That light shines from the eyes
 of your love.
 
 It´s that light 
 that shines in everything.
  
  
 When you follow the tune,
 when you step through the gates,
 through the gates at the end,
  
 there will be light. 

Was man effektiv tun kann, weiß ich im Moment leider auch nicht so recht.
Der Sohn unseres Freundes bat vor einiger Zeit darum, eine Petition zu unterzeichnen, die darauf hinwirken soll, Medikamente, die sich bereits in Zulassungsphase zwei befinden, (in UK) vorzeitig zuzulassen. In einem Fall wie diesem halte ich das, bei ansonsten aller gebotenen Vorsicht, auch für sinnvoll und habe das unterstützt.

Unterstütze die CURE MND Petition

Darüber hinaus kann man natürlich spenden. Für die Forschung an möglichen Therapien, gerade wenn es, verglichen mit anderen Krankheiten, um relativ wenige Krankheitsfälle geht, sind ja oft nicht genug Gelder vorhanden.

Spende für die MND Association

Spende für die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V.

Promotion – Text

Label: Timezone
LC: TZ2056
Vertrieb: Timezone
CD/LP: The House is Moving
VÖ: 18.12.2020
Genre: Art-Folk

Dissonante Melodica-Wölkchen schweben über stoischen Gitarrenakkorden, unterlegt mit einer dräuenden Basslinie. Much Better, Thank You eröffnen ihr zweites Album druckvoll und wild.

Erstmals machte die Band 2015 mit „Concrete Memories“, ihrer Single „gegen das Vergessen – zum 70. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung“, auf sich aufmerksam. Nun legen die fünf Musiker neun neue Songs vor, darunter zwei Coverversionen, die im Gegensatz zu den Eigenkompositionen mit deutschem Text daherkommen. Fast hat man das Gefühl, die Band nutze diese Songs zur Selbstverortung zwischen „Das Model“ von Kraftwerk und „Zu Asche, zu Staub“ aus der Serie Babylon Berlin; im Original nicht gerade Songs, die man sich gut von einer Gitarrenband vorstellen konnte, doch MBTY haben ihr musikalisches Vokabular so stark erweitert, dass sie das scheinbar mühelos meistern.

„The House is Moving“, der Titeltrack des Albums, spiegelt das künstlerische Potential der Band beeindruckend wider. Er beginnt im Wohnzimmer, jedenfalls hört sich das Intro, gespielt auf einer einsamen Akustikgitarre, so an. Zaghaft, erst suchend, dann klar und kräftig, gesellt sich eine Geige dazu, dann eine E-Gitarre. Es vergeht viel Zeit, ehe Schlagzeug und Bass einsetzen und sich die Tür zum Sound des Songs vollends öffnet.
Heidis Stimme, eindringlich und tieftraurig, trägt durch die kargen Lyrics. Ab der dritten Strophe verstärkt eine blutrot sägende Gitarre die Intensität. Schnell schwindet das gute Gefühl; die Geige spendet keine Kraft, sondern saugt sie auf. Irgendwann weiß man nicht mehr: Ist das eine Geige, sind es zwei? Ist das pure Schönheit oder Dissonanz?

„Two Yellow Lanes“ träumt im 5/4-Takt. Der Offbeat von „Summerland Suite“ lädt zum Tanz zwischen Wollust und Wehmut. „Kite Runner“ schleicht sich an, mit einem angedeuteten Tango, und schwingt sich – zwischen Gedanken zum Mensch und seiner Bezugsgruppe – auf zu einer pompösen Wall of Sound, in der eine Bassklarinette die Gitarrenwände aufbricht und irische Melodien und französischen Chanson hereinlässt. An manchen Stellen horcht man überrascht auf, zum Beispiel, wenn in “Hot Deal” eine archaische Begleitautomatik aus den 70ern erklingt. „Fishtank“, ein wenig versöhnlicher Walzer, schließt den Reigen – Happiness comes only at the bottom of a bottle, when you forget that you had bigger dreams. You always wanted more than this.

Angst vor Stilbrüchen? Nein, niemals!
Die Band hat durchgängig einen kompakten Bandsound entwickelt, der es versteht, seine Hörer herauszufordern, sie aber nie überfordert. Gekonnt arrangierte Gitarren, dynamische Drums, treibende Basslinien und darüber die sphärische Stimme von Heidi Engel.

Much Better, Thank You sind gelandet, Meilen entfernt von ihrem Ursprung, aber glücklich im täglichen Unglücklichsein.

The House is burning, my head is spinning. Ein Album voller Kraft und verstörender Schönheit.

MBTY/Timezone

https://backl.ink/143402486

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The House is Moving on Spotify

Dies und das und Kite Runner und Fishtank

Heute, 15. Dezember 23:00 Uhr, ist unser Song, The House is Moving, bereits über 5900 mal gestreamt worden. Echo Nest, den berühmten Algorithmus von Spotify kenne ich zwar leider nicht, aber es hat ja super geklappt, ihn mit Euch zusammen anzutriggern – ganz viele Leute haben sich den Song vorab oder kurz nach dem Erscheinen auf eine ihrer Playlist gespeichert, was die künstliche Intelligenz, die Spotify seit 2015 einsetzt, erkennt und den Song dann auch selbst öfter mal vorschlägt. Mal sehen, was noch so passiert.

Nun kommt morgen der zweite harte Lockdown und alle normalen Geschäfte machen wieder dicht, und das, wo doch Timezone unser Album in vielen Plattenläden platzieren wollte. Das ist Mist, genau wie überhaupt diese ganze Pandemie, die schon seit November wieder verhindert, dass wir ordentlich proben können, von Konzerten ganz zu schweigen. Aber wir werden dennoch ein paar kleine musikalische Weihnachts-Überraschungen vorbereiten. Und das Plattenverkaufen lassen wir uns auch nicht verbieten! Ob CD oder Platte – Ihr könnt beides bei uns bestellen oder auch einfach vorbeikommen. Kaffee oder Glühwein gibt´s gratis obendrauf. Ganz privat, mit Abstand und lediglich zwei Haushalten.

Digital geht es am kommenden Freitag aber natürlich trotz Corona nochmal weiter! Dann endlich erscheint das ganze Album. Und wieder wäre es super, wenn Ihr Euch den Link zum Album schon vorab sichern würdet. Gleich morgens am 18.12. ist es dann da und es wäre super, wenn Ihr das alle machen würdet. Das würde uns nämlich noch ein zweites mal ungemein helfen. Einfach auf den Link unter dem Bild klicken und den zwei, drei Anweisungen folgen!!! Super danke!!.

https://backl.ink/143402486

Kite Runner eröffnet die B-Seite des Albums (auf Vinyl). Der Song schleicht sich an, mit einem angedeuteten Tango, und schwingt sich auf zu einer pompösen Wall of Sound, in der eine Bassklarinette die Gitarrenwände aufbricht und irische Melodien und französischen Chanson hereinlässt. Ich liebe es!

But it´s Heidi´s tune, so I´ll leave it to her to explain:

Erinnerungen kommen plötzlich. Ein Bild, ein Geruch, ein Geräusch oder Lied, und man ist mittendrin. Lachende Gesichter, Drama, Trauer – die Zeit scheint für einen Moment stehen zu bleiben, der Moment wird ewig. Wie diese Erinnerungen aus der Kindheit, als man Drachen steigen ließ und rannte, um sie hoch in den Himmel zu bringen. Und dann stand der Drache dort weit entfernt, wie in einer anderen Welt, unnahbar, ungreifbar, – all das ging mir durch den Kopf, als ich den Song schrieb und jedes mal wenn ich ihn singe, werden Bilder aus der Vergangenheit lebendig!

Nun habe ich zu dem Album aber auch nach 13 Blogposts noch immer nicht alles erzählt, was es zu erzählen gibt. Da wäre nämlich noch ein Novum: einer der Songtexte ist von unserer Tochter Lea! Wie Heidi, schreibt auch Lea viel und gerne und tatsächlich – als ich sie bat, mir doch mal einen Text zu schicken, um den ich dann einen Song bauen könnte, hat sie es tatsächlich gemacht! Das war ein recht düsterer und trostloser Text, der mich irgendwie an einen Song der Cowboy Junkies erinnerte. So eine grobe Inspiration ist für mich oft Ausgangspunkt einer Komposition – aber keine Angst, das was raus kommt hat mit der initialen Idee absolut nichts mehr zu tun.

Fishtank ist mal wieder ein Walzer geworden. Das zuerst auf dem Bass entwickelte Akkordarpeggio habe ich dann doch in die Gitarre übernommen, im fertigen Song findet es sich nun allerdings lediglich noch in Strophe zwei und Refrain drei, wenn man genau hinhört. Das Stück hat dann später noch einen C-Teil bekommen, der aus PLs Feder stammt. Ich finde, Fishtank gibt unserem Album einen würdigen, dunklen Schluss.

Jengel

Hier nochmal der Link fürs „Pre-Saven“ des Albums – kann man das so sagen?
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Mehr?
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Hot Deal

A Song of The Shirt

Der Song wurde schon vor einem Jahr veröffentlicht und setzt sich kritisch mit der Textilindustrie auseinander, bzw. mit der Frage, wie Textilien „konsumiert“ werden, obwohl die Umstände eigentlich allgemein bekannt sind, unter denen große Teile unserer Kleidung produziert werden.

Der Impuls zu dem Song liegt schon einige Jahre zurück: In dem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch. Im Song selbst geht es allerdings nur indirekt um den Brand; eher geht es um Kritik an der Jagd nach dem günstigsten Schnäppchen. Das seltsame Hobby „Shoppen Gehen“ wird in Verbindung gebracht mit den Arbeitsbedingungen in den heutigen Textilfabriken in Fernost.

Das Problem ist ja nicht neu, sondern wurde seit Beginn der industriellen Textilproduktion nur verlagert. Um das zu verdeutlichen wird im Song-Text aus einem Gedicht von Thomas Hood von 1843 zitiert. Das Gedicht heißt „Song of The Shirt“, was ja auch gleichzeitig der Untertitel des Songs ist. Da heißt es: „Stitch! Stitch! Stitch! In poverty, hunger and dirt.” Am Ende des Songs wird der Konsument dann sarkastisch aufgefordert: “Go on whistle that tune while you go hunting for a snip of another must have shirt.”

Der Song wurde schon zwei Mal zuvor bei Studio-Sessions aufgenommen, ohne dass die Band wirklich zufrieden war. Beim dritten Mal, beim Studioaufenthalt Anfang 2019, kam dann die Idee sich dem Song mittels eines alten Begleitautomaten nochmal neu zu nähern.

Im Studio gab es so eine alte, schon fast historische Dr. Böhm Compact-Orgel. Auf der wurde dann einen Bossa Nova-Rhythmus gewählt und mit so einem typischen Alleinunterhalter-Sound als Basetrack unter den Song gelegt.

Bei der Akkordfolge des Verse handelt es sich um eine andalusische bzw. spanische Kadenz, mit der man natürlich auch irgendwie gleich spanische Gitarren assoziiert. Daher starten wir im ersten Teil von Hot Deal dann auch entsprechend. Zur zweiten Strophe wird eine, mit E-Bow gespielte E-Gitarre eingeführt. Neben der Böhm-Orgel ist das der zweite Signature-Sound des Songs.

Hot Deal ist zweigeteilt; nach dem ersten, eher klassisch organisierten Teil, beginnt die zweite Hälfte mit einem „stille Tal“ – so nennen wir oft ruhigere Passagen in der Mitte unserer Songs. Zwei E-Gitarren simulieren Nähmaschinen (so zumindest der Gedanke) und steigern sich fast unerträglich, bis die E-Bow-Gitarre dann die Spannung löst und die Melodieführung übernimmt.

Ganz am Ende bleibt ein dissonanter Nachhall, der mit dem Text des wiedereinsetzenden Gesangs korrespondiert, der von „shopping“ zu „robbing“, wechselt.

Hot Deal – A Song of The Shirt

There’s too much to bear
There’s too much to wear
There’s this funny hobby of yours:
going shopping.

Men were burning
I was just turning
the radio on.

They didn’t send their screams
They didn’t even send their dreams
and you went shopping again.

There’s too much to bear
There’s too much to wear
There’s this funny hobby of yours:
going shopping.

I remember a tune
it went „Stitch! Stitch! Stitch!
In poverty, hunger and dirt,“

Go on whistle that tune
while you go hunting for a snip
of another must have shirt.

There’s too much to bear
There’s too much to wear
There’s this funny hobby of yours:
going robbing.

Wir haben das Video zu Hot Deal im Tuchmachermuseum in Bramsche gedreht – für das Video ein super Ambiente. Dabei wurde der Impuls zu dem Song nicht wirklich thematisiert. Neben den historischen Textil-Produktionsmaschinen steht die Band im Mittelpunkt.

Durch interessante Perspektiven auf die Maschinen, die ganze Umgebung, angereichert mit Detailaufnahmen, die sich dem nicht „Eingeweihten“ nicht gleich erschließen, entsteht ein zur Musik passender Rahmen.

Das Video ist in schwarz / weiß / rot gehalten, womit wir die Verbindung zu dem besonderen Ort noch verstärken wollten: Die Bramscher Tuchmacher waren berühmt für ihr „Bramscher Rot“. Damit das klappt, trägt jedes Bandmitglied ein Accessoire, in dem entsprechenden Rot-Farbton.

Enjoy!
Jengel

Hot Deal – A Song of The Shirt

P.S.: Am 18. Dezember kommt ja das Album: The House is Moving

Das Album könnt Ihr jetzt schon in Eure Playlists einfügen. Gleich morgens am 18.12. ist dann alles da und es wäre super, wenn Ihr das alle machen würdet. Das hilft uns nämlich ungemein, da die Such- und auch die Vorschlag-Algorithmen der Streamingdienste damit stark angetriggert werden.

Ihr müsst nur auf den Link unter dem folgende Bild klicken und den zwei, drei Anweisungen folgen 🙂 DANKE!!!

https://backl.ink/143402486

NOZ-Interview

von Sascha Knapek

Herr Engel, wo befindet sich eigentlich der „Heimathafen“ von Much Better, Thank You?

Die Keimzelle ist auf dem Bramscher Berg. Die Mitglieder der Band kommen aus Bramsche und Osnabrück. Ganz zu Anfang haben wir auch in Bramsche geprobt, dann einige Jahre in der Waldorfschule in Evinghausen. Danach in einer der Baracken der Limberg-Kaserne in Osnabrück und seit gut einem Jahr haben wir nun einen Proberaum im Lauten Speicher am Osnabrücker Hafen.

Wie hat sich die Band gefunden und seit wann spielt sie in der aktuellen Form zusammen?

Es hat einige Jahre und Umbesetzungen gebraucht, bis die Band bei ihrer heutigen Besetzung angekommen ist. Heidi, mit Gesang und Geige, und ich an der Gitarre, haben schon lange gemeinsam Musik gemacht – schon während des Studiums in Aachen.

Just the two of us, Heidi & Jens, Photo by Manfred Pollert 2016

Eigene Stücke entstanden erstmals im Jahr 2012 und kurz darauf haben wir uns dann auch auf die Suche nach weiteren Bandmitgliedern begeben. Michael Posch ist fast von Anfang an mit einem breiten Soundspektrum an der Gitarre dabei.

Michael Posch, Photo by Manfred Pollert 2016

Erste Drummer kamen aus dem Freundeskreis, dann stieß Franko zu uns. Er brachte langjährige Band-Erfahrung und viel Spiel- und Experimentierfreude mit. Seit Januar 2018 existiert die Band in der aktuellen Form mit Michael Pleitner am Bass, der die Band darüber hinaus mit weiteren Klängen, zum Beispiel einer Bassklarinette oder seiner Stimme, und eigenen Songs bereichert.

Michael PL Pleitner und Franko Frankenberg, Photo by Manfred Pollert 2018

Wie weit ist die neue Platte „The House is Moving“?

Inhaltich ist das Album seit einigen Monaten bereits fertig, das heißt die Songs sind aufgenommen, abgemischt und gemastert. Das machen wir seit Jahren in einem Tonstudio in Bad Iburg, das von zwei Osnabrücker Musik-Institutionen, Martin Schmeing und Marcus Praed betrieben wird.

Um was muss man sich bei so einer Veröffentlichung – neben den Songs – sonst noch kümmern?

Zu einer Albumveröffentlichung gehört einiges mehr als nur die Musik. Neben der Herstellung der Tonträger sind das vor allem das Artwork, die Gema-Freigabe und auch die Promotion, die bestenfalls schon vor der Veröffentlichung stattfinden sollte. Bei früheren Veröffentlichungen haben wir das fast alles selbst gemacht und dabei auch Lehrgeld bezahlt. Auf unserer ersten EP hatten wir – einfach aus Unkenntnis – zum Beispiel keinen Labelcode und keine ISRC-Codes drauf. Das ist für Musik so etwas wie die ISBN-Nummer bei Büchern und man braucht das, damit die Songs überhaupt irgendwo gespielt werden. Bei „The House is Moving“ haben wir uns entschieden, so viel wie möglich in professionelle Hände zu legen. Manfred Pollert, ein renommierter Fotograf aus Belm, hat das Artwork gemacht. Um alles andere kümmert sich Timezone, ein Osnabrücker Label, das aber deutlich über die Region hinaus bekannt und gut vernetzt ist. Sie lassen die Platte und die CD auch produzieren. Gerade haben wir fünf Vorpressungen des Albums bekommen, die wir abhören sollen, falls eventuell Fehler entstanden sind.

Für wann ist die Veröffentlichung geplant?

Die Veröffentlichung ist für den 18. Dezember avisiert – ein Weihnachtsalbum sozusagen. Wer vorbestellt hat, bekommt seine Platte aber schon sobald sie bei uns fertig vorliegt.

Wie kam die Idee, das Album auch auf Vinyl zu veröffentlichen und wie ist Ihre Beziehung zu diesem Medium?

Ich kaufe seit vielen Jahren keine CDs mehr, sondern streame Musik – im Wesentlichen über Spotify. Zuletzt habe ich CDs noch auf Konzerten gekauft, sozusagen als Andenken. Als dann vermehrt auch wieder Vinyl angeboten wurde, bin ich darauf umgestiegen, obwohl wir zuerst gar keinen Plattenspieler mehr hatten. Den haben wir wieder angeschafft, nachdem schon wieder eine kleine Plattensammlung im Regal stand.

Nun ist es aber nicht so, dass wir zu Hause nur LPs hören würden; wir nutzen das Streaming-Angebot ausgiebig, nicht nur für Musik, sondern auch für Podcasts und Hörbücher. Aber abends, bei einem Glas Wein, eine Platte aufzulegen und wirklich zuzuhören ist etwas völlig anderes. Dann fällt auch auf, wie viel besser der Klang einer Platte gegenüber den mp3s ist. Da lag der Schritt dann nahe, unser Album auch auf Vinyl anzubieten, zumal nicht nur der Klang besser ist, sondern darüber hinaus auch das Artwork mehr Spaß macht.

Sie nennen Ihre Musik „Art-Folk“. Was steckt hinter diesem Begriff?

Wir haben lange versucht, unsere Musik in eine bekannte Richtung einzuordnen, was aber gar nicht so leicht ist. Da wir des Öfteren eine Geige einsetzen, assoziiert man unsere Musik schnell mit Folk, was bei einigen Stücken auch sicher zutrifft, bei anderen aber so gar nicht passen will. Da manche unserer ersten Songs ziemlich vertrackt gewesen sind, was man im Folk sonst eher nicht so häufig findet, kam dann von unserem bisherigen Label das Prädikat „Art Folk“, womit wir uns damals auch gut anfreunden konnten. Mittlerweile hat sich unser Stil aber, nicht zuletzt auch durch neue Bandmitglieder, verändert. Vom Folk sind wir weiter abgerückt, lediglich der Titelsong des neuen Albums passt da noch irgendwie ins Genre. Die neuen Stücke würden wir eher als Alternative oder Indie bezeichnen.

Gibt es musikalische Vorbilder?

Natürlich gibt es die. Als wir begonnen haben eigene Musik zu schreiben, hatten wir schon eine klare Vorstellung, wo die Reise hingehen sollte: So in Richtung Arcade Fire. Was dann raus kam, war aber anders, als geplant. Die musikalischen Wurzeln des Hauses Engel liegen eher in der klassischen Kammer- und Orchestermusik, als im Rock oder Pop. Kein Wunder, dass die ersten Songs dann auch eher klassisch geprägt waren. Zum Glück kommt die musikalische Bandbreite der Band aber nicht nur von Heidi und mir, vielmehr haben sich über die Jahre Musiker gefunden, die musikalisch ganz anders geprägt sind und ihre eigenen Ideen in die Songs mit einbringen. Das ist spannend und macht einen guten Teil der Energie unserer Musik aus.

Wer schreibt die Songs und wie entstehen die Originale der Band?

Heidi und ich schreiben bislang den überwiegenden Teil der Songs. Die Ansätze sind dabei sehr verschieden. Heidi beginnt immer mit dem Text und entwickelt dann am Klavier Akkorde und Melodie. Bei mir stehen die Akkorde und ein rhythmisches Grundkonzept meist zuerst, und später kommt dann der Text dazu. Seit Michael Pleitner dabei ist, gibt es einen weiteren aktiven Songschreiber in der Band, der auch schon mal ein Stück im 5/4-Takt beiträgt. Entwickelt werden die Songs aber gemeinsam von der ganzen Band.

Darüber hinaus gibt es auf dem neuen Album erstmals auch zwei Coversongs. „Zu Asche, zu Staub“ aus der TV-Serie „Babylon Berlin“ und „Das Modell“ von Kraftwerk.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Band, Stichwort Konzerte, und das Album, Stichwort Aufnahmeprozess, aus?

Corona nervt. Seit dem ersten Lockdown im März haben wir keine Konzerte mehr spielen können. Unser letzter Auftritt vor der Krise fand im Januar im Tuchmachermuseum statt und fand ein sehr positives Echo. Wir hatten uns schon auf ein erfolgversprechendes Jahr 2020 eingestellt.

MBTYs letztes Vor-Corona-Konzert im Januar 2020, im Tuchmachermuseum Bramsche

Im Tuchmachermuseum wurde auch das Video für die erste der beiden bereits veröffentlichten Singles, „Hot Deal – A Song of The Shirt“, gedreht. Eine zweite Single, „Secret Service“, haben wir zu Beginn der Corona-Zeit veröffentlicht. Die Videosequenzen haben alle Musiker zu Hause selbst aufgenommen und ich habe sie dann zum Video zusammengeschnitten. Beide Clips kann man sich auf YouTube ansehen.

Hinsichtlich der Aufnahmen für das neue Album hat Corona keine Auswirkungen gehabt. Wir hatten die Aufnahmen bereits im Januar abgeschlossen, also bevor uns Corona getroffen hat.

Vielen Dank.

The House is Moving, Video und erstes Feedback

Das Album wird offiziell erst am 18. Dezember veröffentlicht, aber ich kann ja leider nicht so richtig stille halten; daher verschicke ich immer schon mal den einen oder anderen Song an Leute, deren Meinung mir am Herzen liegt. Eine solche Meinung habe ich unlängst schriftlich zurückbekommen und sie hat mich wirklich gefreut. Sie bezieht sich auf den Titelsong. Ich hatte mit meinem Freund zuvor telefoniert und – natürlich – über das Album gesprochen. Wohl deshalb finden sich im Review auch ein, zwei meiner Anmerkungen.

Aber der Text ist toll und ich gebe ihn mit Stolz geschwellter Brust weiter.

Der Titeltrack des neuen Much Better, Thank You Albums beginnt im Wohnzimmer, jedenfalls hört sich das Intro, gespielt auf einer einsamen, trockenen Akustikgitarre so an. Ungeduldige Menschen schalten hier vielleicht gleich schon wieder aus, aber es lohnt sich auszuharren. Zaghaft, erst suchend, dann klar und kräftig, gesellt sich eine Geige dazu, dann eine E-Gitarre. Es vergehen 40 Sekunden ehe Schlagzeug und Bass einsetzen und sich die Tür zum Sound des Songs vollends öffnet.

The house is moving, my head is spinning, the house is burning – schön wie eine Telegraphenleitung durch graue Landschaften führt der Song in die introperspektive Verzweiflung all jener, die sich abarbeiten am Versuch, die täglichen Hiobsbotschaften, die Lügen und Angriffe auf die freiheitlich demokratischen Grundwerte einzusortieren und auszuhalten, oder geht es doch nur um eine verkorkste Beziehung?

Heidi Engels Stimme, eindringlich und tieftraurig, trägt uns durch die kargen Lyrics. Ab der dritten Strophe verstärkt eine blutrot sägende Gitarre die Intensität. Das folgende Instrumental ist nur scheinbar versöhnlich. Schnell schwindet das gute Gefühl; die Geige spendet keine Kraft, sondern sie zieht Kraft. Irgendwann weiß man nicht mehr: Ist das eine Geige, sind es zwei? Ist das pure Schönheit oder Dissonanz?

My head is spinning. Ein Song voller Kraft und verstörender Schönheit. Mir dreht sich der Kopf.

Aber trotzdem – ich drücke auf Repeat.

J.C.

The House is Moving wird als Single am 04. Dezember, zwei Wochen vor dem Album, veröffentlicht. Das zugehörige Video ist fertig! Damit habe ich die letzten zwei Wochen verbracht. Ihr dürft es Euch schon jetzt ansehen.

Jengel

MBTY on Youtube

Secret Service

Schützt uns Überwachung? Schadet sie uns?

Die Angst vor zu viel Überwachung ist allgegenwärtig, bei gleichzeitig recht sorglosem Umgang mit den sozialen Medien. Aber auch in der nicht digitalen Welt hinterlassen wir, dank Covid 19, wenn wir unsere Kontaktdaten bei Restaurant-, Konzert- und Museumsbesuchen angeben müssen, unsere Spuren. Was geben wir von uns preis, was davon wird wo wahrgenommen und wen interessiert das?

Gerade steigen die Corona Infektionen überall wieder, was sicher erneut dazu führen wird, dass wir viele unserer Aktivitäten ins Internet verlegen werden, oftmals ohne so ganz genau zu wissen, wer mithört, mitliest oder mitschaut. Irgendwie passt unser Song Secret Service ziemlich gut zur aktuellen Situation, obwohl die ersten Skizzen zum Song schon vor Jahren entstanden sind: Als durch Edward Snowdens Veröffentlichung der NSA-Geheimdokumente herauskam, dass auch befreundete Staats- und Regierungschefs von den USA ausspioniert werden. Gewundert hat es mich damals eigentlich nicht, geärgert aber schon.

So ambivalent, wie meine Emotionen zu dem Thema sind, ist dann auch der Songtext ausgefallen. Er stellt indirekt die Frage, ob das, was die Geheimdienste so tun, unserer Sicherheit dient oder die eigentliche Gefährdung ist. Eine Antwort aber habe ich auch nicht.
Ebenso bin ich hin und her gerissen hinsichtlich der Enthüllungen von Snowden und Wikileaks. Einerseits ziehe ich vor der Courage dieser Leute den Hut, andererseits glaube ich aber, dass es, im Politischen wie im Privaten, Dinge gibt, die nicht an die Öffentlichkeit gehören und dass es einen geschützten „Raum“ geben muss, in dem Dinge gesagt und verhandelt werden können, ohne dass sie nach draußen dringen.

Zur Musik. Die Harmonien von Secret Service erinnern entfernt an einen Bond-Song. Das ist gewollt. Ich bin ein großer Bond-Fan und fand, dass das gut in den Kontext des Songs passt und so habe ich ein Bisschen zitiert. Secret Service hätte auch der neue Bond Song werden können 😉
Der Song basiert darüber hinaus auf zwei Pedaltönen, h und e, die während des gesamten Songs in allen Akkorden zu finden sind. Solche harmonischen Spielereien liebe ich.
Bei den meisten Songs versuchen wir spezifische Signatur-Sounds zu kultivieren, die den Stücken jeweils einen besonderen Klang verleihen. Bei Secret Service sind das eine Melodica, die wir vor Jahren gebraucht auf einem Musiker-Flohmarkt gekauft haben, PLs Basslinie und Frankos „Keith Moon Schlagzeug“. Wer auf die Idee mit der Melodica gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr.

Secret Service wurde als Single bereits im April veröffentlicht. Dazu haben wir ein Video produziert – auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Daher mussten die Videosequenzen von jedem selbst zu Hause aufgezeichnet werden und ich habe sie dann zusammengeschnitten; passender hätte es zu diesem Song kaum sein können, denn als Band haben wir in der Krise auch nur über soziale Medien kommuniziert.

Könnt ihr noch folgen? Wer liest und schneidet alles mit? Gefällt es Euch? (Ver)folgt ihr uns? Wie gesagt: Eigentlich ist Secret Service der neue Bond Song – nur, dass James das nicht weiß – wir haben ja auch ganz im Geheimen gearbeitet. Ausschließlich für Euch!

Abschließend Auszüge einer Song-Kritik aus den USA!

Cogent analysis. Pillaging eyes and heart of an assassin. Much Better, Thank You’s single ‘Secret Service’ is the sand between your sense of normality. Helter-skelter with all of the weaning of a smile that isn’t quite comforting.

Characteristic features of a Much Better, Thank You song are varieties in metrical structure as well as in mood. Powered by Heidi Engel’s jaunting but oh so decadent vocals, the damned never have it safe, when they’re on the hunt. With PJ Harvey and Patti Smith’s vibes fully entrenched the band.

Jens Engel, Michael Posch, Michael PL Pleitner and Franko Frankenberg, complete this project with Heidi, turning story telling into the most wild and exquisite.

See you
Jengel

Secret Service auf Spotify

Mehr von MBTY?

Cover Artwork

Ich habe viel Spaß am Fotografieren, Malen und Gestalten, trotzdem habe ich das Artwork des Covers diesmal an professionelle Hände abgegeben. Ich möchte, dass The House is Moving rundum professionell wird.

Über die Foto-Session mit Manfred Pollert habe ich schon berichtet. Als wir damit durch waren, sprach mich Manfred auf das nächste Cover an, nur waren wir damals, im November 2018, noch nicht so weit. Erst im Januar 2019 haben wir mit den Aufnahmen für das neue Album begonnen.

Im Frühjahr 2020 bin ich dann, nach einigen halbherzigen eigenen Entwürfen, auf Manfred zugegangen und wieder haben wir überlegt, wie man die Gestaltung so machen könnte – bzw. was ich mir so vorstelle.
Das ist nun gar nicht arrogant gemeint, denn in und um die Band hat jeder seine Aufgaben und ich habe mich halt immer ums Artwork gekümmert. Nun ging es also erneut darum, wie schon bei den Bandfotos, unsere Musik zu visualisieren.

Also wieder künstlerisch / künstlich / artificial / gegenwartsbezogen, gleichzeitig interagierend mit etwas Natürlichem – nun aber ohne Band!

Zu diesem Zeitpunkt war der Titel des Albums noch nicht klar und musste erst noch festgelegt werden, da sonst irgendwie alle Diskussionen ins Leere liefen.

Gerne hätte ich den Genre-Begriff „Art Folk“, den sich Carsten Collenbusch von Finest Noise 2016 mal für uns ausgedacht hat, als Titel verwendet.
(Nein, das kommt nicht von „so einer Art Folk“, wie Michael immer zu glauben vorgibt.)
„Kraut Folk“ hätte ich auch nicht schlecht gefunden. Nur ist die Musik auf diesem Album eigentlich kaum mehr als Folk zu bezeichnen und so fanden die beiden Ideen zu Recht keine Zustimmung. Es kamen dann noch einige weitere Vorschläge auf den Tisch und am Ende haben wir uns für einen der Songtitel als Albumtitel entschieden – The House is Moving.

Das wiederum habe ich dann mit Manfred besprochen, ihm alle Songs zukommen lassen und ein paar Wochen später kam von ihm eine ganze Reihe cooler Vorschläge. Die haben wir diskutiert und abgestimmt.
Rechnet man den Künstler mit, stand es am Ende 5 zu 1 für den Vorschlag, der es nun geworden ist.

Musik in Bilder zu übersetzen ist schwer, Bilder in Worte ebenso.

Artificial, hintergründig, einfach.
Ein Nest – ein Haus?
Beschädigt?
Verunreinigt, verseucht
mit Material, das da nicht hin gehört.
Am falschen Platz,
auf kunst-lichem Grund
– aber an goldenem Ort.

Ich werd´s wohl rahmen lassen.

Jengel

Mehr?
https://open.spotify.com/artist/4unBrUeIcAJqeCBf1wOtRA
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timezone

Wir haben nun doch das Label gewechselt.

Vor ein paar Jahren, nachdem ich unsere erste EP ganz und gar selbst erstellt hatte und an einigen Stellen gescheitert war, habe ich nach Indie-Lables gesucht und es zufällig im Internet gefunden: THE FINEST NOISE – Home of Independent Music.
Den Namen fand ich so cool, dass ich den Chef, Carsten (Keule) Collenbusch gleich angerufen habe und wir ins Geschäft gekommen sind.

Ab da habe ich alle physischen Tonträger über das Lable unseres mittlerweile lieben Freundes veröffentlicht.

Im Laufe der Zeit hat es ihn von Köln nach Hamburg und dann in die Pfalz verschlagen. Ich rufe ihn immer gerne an – nicht nur wegen musikalischer Fragen – und er wird auch ganz sicher weiterhin Promotion für uns machen.

Bei den bisherigen Veröffentlichungen lief es immer so, dass ich mich um die Herstellung der Tonträger und alles, was damit zusammenhängt, also die GEMA-Freigabe, das Artwork etc., gekümmert habe. Der Labelcode, den man braucht, damit die Songs überhaupt irgendwo gespielt werden, kam von Finest Noise und Keule hat dann Radio- und Zeitschriften-Promo gemacht. Teilweise ziemlich erfolgreich! Unsere erste Single „Concrete Memories“ lief gleich beim Deutschlandfunk und einigen anderen großen Radiostationen.

Nun wird es etwas anders. Bei The House is Moving wollte ich so viel wie möglich in andere, möglichst professionelle Hände legen. Manfred Pollert macht das Artwork und Timezone – das neue Label – kümmert sich um die GEMA-Freigaben, läßt die Tonträger produzieren, organisiert die Distribution, sowohl physisch als auch digital, und macht die Grundpromotion über MPN (Musik Promotion Network).

Timezone ist ein Osnabrücker Label, das aber deutlich über die Region hinaus bekannt und gut vernetzt ist. Viele unserer Musiker-Bekannten und -Freunde sind auch dort beheimatet. Die Jungs sind nett und man kann einfach vorbeigehen, wenn man was besprechen möchte und eine kleine Konzertreihe am Westerberg veranstalten sie auch.

So kann ich nun auch mal die Hände in den Schoß legen – äh, nein – ich formuliere ja diese kleinen Schlaglichter auf die Welt einer verrückt, ambitionierten Indie-Band 🙂

Und neue Songs gibt´s auch schon wieder: Circle of Light, Forced to Sleep und Maze of Glass. Erstmal sehen wir jetzt aber zu, dass The House is Moving an den Start kommt.

So long
Jengel

Concrete Memories

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